Die Archiskulptur.
Die Ausführung des Projekts musste diesem starken Konzept gerecht werden. Um dies zu erreichen, "musste Glaube Berge versetzen", weil man sich entschieden hatte, das einzig existierende Material zu wählen, das es ermöglichen würde, die Merkmale eines Bauwerks mit denen einer monumentalen Skulptur zu verbinden - weißer Carrara-Marmor aus den Cave Michelangelo, wo bereits Buonarroti seine Monolithe für den David, Moses und seine anderen Meisterwerke ausgesucht hatte.
Um einen Raum zu schaffen, der Platz für Meditation in kleinen Gruppen bieten sollte, musste die Zelle vier Meter hoch und etwa drei Meter breit sein, womit die größtmöglichen Maße für eine Ausführung aus einem einzigen Block erreicht waren. Der Rohblock hat ein Gewicht von ca. 200 t (der größte, der jemals für eine Skulptur geschlagen wurde) und wird im Cava auf etwa 70 t verkleinert werden, bevor man ihn ins Tal hinab schafft. In der Werkstatt von Franco Barattini, dem Besitzer der Cave Michelangelo, werden Anna Chromy und ihre Mitarbeiter den im Block verborgenen Friedensmantel in etwa einem Jahr herausarbeiten.
Der Mantel wird am Eingang zum Wald des Hl. Franzsikus (Selva di S.F.) nahe des Zugangs zur oberen Basilika (Basilica Superiore) aufgestellt werden.
Hoffentlich folgen diesem ersten Standort in einem der universellen Zentren des Friedens noch viele weitere nach. Um zu erläutern, warum wir für den ersten Friedensmantel die Heimat des Hl. Franziskus gewählt haben, lesen Sie bitte die Überlegungen von Frederico Garcia Lorca, Hermann Hesse und Johannes Paul II:
"...Der heilige Franziskus von Assisi ist Liebe, Reinheit, Natur, Poesie…Er wird in der ganzen Welt einerseits als Inkarnation der Tiefe und der Radikalität der spirituellen Entscheidungen gesehen, und andererseits als Symbol des „Nicht-Entrücktseins“, einer Persönlichkeit am Rande, frei von dominanten kulturellen Schemata und den Fallstricken der kirchlichen Hierarchie und der sozialen Macht."
"…Nicht wenige ethische Werte, die von einer grundlegenden Bedeutung für die Entwicklung einer friedlichen Gesellschaft sind, stehen mit der Umwelt in direkter Verbindung… Von dem Armen aus Assisi erhalten wir das Zeugnis, dass wir uns der Aufgabe, den Frieden mit allem Geschaffenen – und dazu gehört auch der Frieden unter den Völkern - aufzubauen, besser widmen können, wenn wir im Frieden mit Gott leben."
"Völlige Besitzlosigkeit erkannte der Heilige Franz als einzige Möglichkeit zur inneren Freiheit, und kurz entschlossen entledigte er sich jeglicher Habe.....Indem Franz von Assisi die ganze Erde, die Pflanzen, Gestirne, Tiere, Winde und Wasser in seine Liebe zu Gott einbegriff...fand er die Sprache des zeitlos Menschlichen.....Der Heilige Franziskus und Martin haben dieselbe Lehre wie Tolstoi gepredigt, aber bei Ihm ist Person und Lehre ebenso hell, elastisch und erfreuend wie bei Tolstoi dunkel, spröde und niederdrückend"




